Ausflüge

Nach dem ich ja hier in NRW Zugereister bin, es bald Wahl ist und ich nebenbei noch netterweise ein Karte für das Spiel gegen St. Pauli ergattern konnte, entschloss ich mich, mal einen kleinen Abstecher in die Landeshauptstadt zu machen. Sonnenschein am Ostermontag bestärkten mich in der Richtigkeit meiner Entscheidung.

Gut, Spiele von der Fortuna habe ich ja schon zweimal gesehen, allerdings immer nur Auswärtsspiele, es wurde also Zeit, dem neuen Stadion mal mein Aufwartung zu machen.

Zuerst die Fahrt in einem Rgionalexpress quer durch das Ruhrgebiet an den Rhein um dann in Duisburg links abzubiegen, Richtung  D’dorf. Erwartungsgemäß ein top ausstaffierter Bahnhof, die Ordnungskräfte hielten sich dezent zurück. Ein paar Schritte noch und ich bin auf der Einkaufsmeile der Region, der „Kö“. Eigentlich eine Straße mit etwas nobleren Geschäften, wenn da nicht die Luxuskarossen mit ihren Fahrern wäre. Ich bin ja der festen Überzeugung, das jedes teure Auto in der Modestadt mit einem Chip ausgeliefert wird, der die Geschwindigkeit vor jeder Ampel anhebt, das Lichtsignal dann auf Rot springen lässt um dann eine Vollbremsung einzuleiten. Beim Singnalwechsel zeichnet dieser Chip für einen rasanten Start verantwortlich. Hier im Ruhrgebiet machen das nur Fahrer, welche über die goldene Kundenkarte von D&W aus Bochum verfügen.

Was ich mir ebenfalls ansehen wollte, war die Altstadt, hatte ich doch in meinem bisherigen Leben einiges davon gehört. Allerdings war mir schon nach 50 Metern, klar, das wir nicht zusammen passen, zu groß waren mir die Touristenströme. Dennoch habe ich in drei Läden meine Nase reingesteckt und schnell festgestellt, dass es sich in diesen Einrichtungen nur um Touristenfallen handelt. Also schnell weiter, in Richtung Rhein um dann flussaufwärts zum Stadion zu laufen. Die Sonne beflügelt mich ja immer, auch längere Strecken im Gehstil zurück zulegen, so auch an diesem Tag.

Der erste Eindruck vom Stadion (man sieht es kaum wenn man aus der Innenstadt kommt, die Messegebäude verdecken es), es ist ein gewalltiger Kasten. Die An- und Abreise scheint bestens geplant und umgesetzt, direkt am Stadion ist eine große Haltestelle. Leider konnte ich keinen Rundgang mehr ums Stadion machen, weil schon alles abgesperrt war. Es waren zwar noch keine Leute hier, nur ein paar Sicherheitskräfte, die die Logistik unterstützten, damit die bald eintreffenden Zuschauer vorallem mit Bier und Wurst versorgt werden können. Und alles war sehr sauber. Ebenfalls in Position waren schon die stadtbekannte Pfandflaschenmafia. Die verschiedenen Gruppierungen hatten schon ihre Claims abgesteckt und hofften sicher auf eine schnelle Füllung der mitgebrachten Kisten und Behälter. Die waren so plaziert, das wirklich keiner der Fußballfans sich entziehen konnte und automatisch seine leere Pfandflasche hier entsorgen musste. Alle 20 Meter ein Behältnis!

Dann habe ich natürlich noch die Ankunft der Helden miterlebt, also die Ankunft der Spieler von dem Verein, bei dem sich die Fans immer mit dem Totenkopfemblem schmücken. Schwarz der Buss, unterteilt in die Bereiche Angriff, Mittelfeld und Abwehr. Da ich noch etwas Zeit hatte, beschloß ich nochmal drei Haltestellen mit der Bahn zurückzufahren um dann die nächste Gastwirtschaft zwecks eines verspäteten Mittagsessens einzukehren. Ein freundlicher Ordner hatte mir alles ausführlich beschrieben, wo ich hin muss. Wir haben uns nett unterhalten, dann hat er mir gestanden, er würde den Magischen die Daumen drücken, er sei kein Fan von der Fortuna sondern eingefleischter Duisburger.

Die Kneipe war noch recht leer, nur eine Fans tranken sich mit dem Spiel Schnapsroulette warm, ich nahm an einer langen Tafel in der Raucherzone platz und orderte, das was auch der gemeine Fan in der Rheinstadt gerne isst,  C-Wurst mit Pommes. Meine Vorahnung wurde recht bald bestätigt und eine bunt gemischte Gruppe Fans der 95er gesellte sich an den Tisch und orderte gleich das übliche Getränk in einem kleinen 10 Liter Fässchen. Dazu wurde ein Flasche Coke gereicht und ich wurde aufgeklärt, dass die weibliche Begleitung Alt mit einem Schuss Atlantabrause zu trinken pflegt. Obwohl ich mich als Sympathisant der Hamburger Gäste schon gleich am Anfang geoutet habe, waren keine feindseligen Äußerungen zu vernehmen, ganz im Gegenteil, es wurden Anekdoten der letzten Auswärtsfahrten erzählt und dabei herzlich gelacht. Rechtzeitig machte ich mich wieder auf den Weg um pünktlich am Treffpunkt vor der Gästekurve zu sein. Die Fahrt in der Tram, noch ein Modell aus den 70er Jahren war entspannt und lies in mir ein wenig Gedanken an alte Zeiten aufkommen, als die Sitze in öffentlichen Verkehrsbetrieben noch richtig gepolstert waren.

Da Treffen mit der Bezugsgruppe klappte reibungslos. Es wurde sich kurz geherzt und dann das Stadion geentert um den Wursttest zu machen. Ergebnis: Lecker Wurst, frisches Brötchen und Ketchup in ausreichender Menge. Das Bier war auch ok. Ich lies mich kurz über die Gepflogenheiten und das anstehende Liedgut aufklären und war voller freudiger Erwartung auf ein gutes und spannendes Spiel. Die Diskrepanzen zwischen den Fans und den Ultras wurden mir ebenfalls noch erklärt. Da Fazit zum Spiel fällt auch nur kurz aus, denn es hätte besser laufen können, ja müssen. Die Helden ließen etwas ihr Kämpferherz vermissen und das allgemein erwartete Aufbäumen in der Schlußphase bei einem Rückstand fand auch nicht statt. Dafür macht schon in der Halbzeit eine kleine Sensation die Runde: Die haben hier warmes Wasser zum Händewaschen“ hörte ich in den Reihen vor und hinter mir. Das wurde auch in der Halbzeit gleich getestet und für gut befunden. Links neben mir machte ich Bekanntschaft mit dem Twitterer und Bloger STP1910 und seinem Kumpel. So hatte ich die Konstellation das ich von Links mit Bier versorgt wurde und von Rechts mit Infos aus meiner Bezugsgruppe. Ich revanchierte mich für das Bier mit erst eigenen Zigaretten, dann mit Geschnorrten (Danke an die junge Dame mit ihrer Ersatzschachtel), dann es gab im Stadion keine Möglichkeit für Nikotinsüchtige, seine Vorräte aufzufüllen. Die Worte „Modestadt Düsseldorf“ und „schmier dich mit Ayuveda ein, das hilft“ waren die prägenden Sätze im meinem Bereich des Fanblocks. Letzteres immer nach einer Verletzungsunterbrechung eines Heimspielers.

Besonderen Dank noch an Frau Jekylla für die Karte und die Einweisungen und an Herrn Sparschaeler für die genialen Kommentare.

Und jetzt weis ich, das die letzten Straßenbahnen in Essen vor Mitternacht fahren!

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Ausflüge

  1. Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat und Sie Spaß hatten in D’dorf.

    Und vergessen Sie nicht den besten Taxifahrer von Düsseldorf, ohne den Sie keine Gelegenheit gehabt hätten, die letzte Straßenbahn in Essen zu verpassen 😉

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