Wochenkuriositäten 5

Da ich ja eine Woche ausgelassen habe, kommen jetzt die Kuriositäten in geballter Form. Was an Frechheit nicht mehr zu überbieten ist: Die neue Gesundheitsreform. Nicht das es jetzt für das Pharma– Ärzte-, und Krankenhauskartell eine gute Möglichkeit ist, noch mehr Geld zu verdienen (ich glaube es ist nur rediteträchtiger, eine Gelddruckmaschine im Keller zu haben), nein es wurde auch die Solidarität der Arbeitnehmer mit den Arbeitgebern (oder umgekehrt) mit einem Handstreich weggewischt. Also sollte sich jeder darauf einstellen, das die Kosten für Gesundheit in diesem, unserem Lande ähnlich steil nach oben gehen, wie die Energiepreise in den letzten Jahren. Dann war da noch der Artikel auf Manager Magazin, der über die Durchschnittsverdienste in Deutschland Auskunft gegeben hat. Nun, wer sich in den letzten drei Jahren irgendwo beworben hat, wird diese Angaben über die Höhe der angebotenen Gehälter bestimmt nicht teilen. Auch die angeblich reale Entwicklung der Löhne um 2,3 % entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Mogelpackung. Bei einem aktuellen Krankenversicherungsbeitrag ergibt eine Brutto von 2.500 € ein Nettogehalt von 1.626,95 €. Das Bruttogehalt steigt also um kräftige 57,50 €, die Steigerung beim Netto sind dann nicht mehr so kräftige 30,28 €. Unter Berücksichtigung der Gesundheitsreform und des Anstiegs des Krankenkassenbeitrags auf 15,5 % fällt der Nettoanstieg auf nur noch halbkräftige 17,49 € aus. Da die Krankenkassen aber noch einen Zusatzbeitrag von bis zu 2% des Bruttogehaltes, also in diesem Beispiel 50,00 € verlangen können, wird das ganze wieder zu einem Minusgeschäft, zumindest für Arbeitnehmer und wie angeblich gut ausgebildete Journalisten da von kräftigem Lohnzuwachs sprechen können bleibt mir ein Rätsel.

Als nächstes haben wir die Anhebung der Sätze für das ALG II (ich weigere mich von Hartz zu sprechen, denn der ist nun mal rechtskräftig verurteilt worden). Wie bekannt, wurde die Regierung dazu verdonnert, die Sätze neu zu berechnen, da diese seit langem nicht mehr der Realität entsprechen. Gut man kann jetzt darüber streiten, ob 18,50 € wirklich die Nikotin- oder die Alkoholsucht befriedigen, aber wer von ALG II Empfängern eine bestimmte Anzahl von Bewerbungen verlangt und noch nicht einmal Kosten für das Internet vorgesehen hat, der kann auch keinen Bezug zur Realität haben. Solange es immer noch Banken gibt, die mal eben eine Finanzspritze von der knappen Höhe des Gesamtetats für das ALG II für ein Jahr bekommen und ihren fähigen Managern noch Millionenboni zahlen, halte ich diese Diskussion für wohlfeil. Nach meiner Meinung wird also die Anpassung so um die 12 € liegen, damit dann der Gesamtbetrag von 370 € knapp überschritten wird. Hier spielt eben die psychologische Komponente eine starke Rolle, denn 370,50 € sind deutlich mehr als 359 €, es liest sich wie 20 € mehr obwohl es nur 11,50 € sind. Weiterhin muss die Regierung die Anpassung der Sätze so gering wie möglich halten, damit das Gefüge aus Billig- und Ausbeuterjobs nicht auseinander fällt und die armen Konzerne nicht über Gebühr belastet werden.

Als Lösung schlage ich vor, das ab dem 01.01.2011 alle Volksvertreter nur noch in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert werden und alle Anpassungen der Diäten und der überdimensionierten Altersversorgung sich aus Solidaritätsgründen an der untersten Schicht der Bevölkerung orientieren, also an den ALG II Empfängern. Gut, das war jetzt etwas geträumt….

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s