Proteste

Dieses ist ein freilaufender Hahn und dient lediglich als Beispielfoto (Hof Holz, Gelsenkirchen)

Ein Fußballverein hat einen neuen Trikotsponsor, soweit nichts neues. Nur das der Fußballverein nun einen Namenszug eines Unternehmens auf der Brust stehen hat, dessen Ruf etwas zweifelhaft ist. Ein Aufschrei der Fans geht durch das Stadionrun, nein wohl eher in der neumodischen Form des Protestes ziehen sich die Drohungen gegen den Lieblingsclub seit einigen Tagen durch das Internet auf Social Media Plattformen Facebook und Twitter. Was davon beim ersten Saisonspiel übrig bleibt, muss abgewartet werden, bleibt das Stadion wirklich leer? Bei der Wahl des Unternehmens auf dem Trikot war der Verein auch bei den vergangenen Unterstützern nicht gerade zimperlich, dort waren Kik oder Citybank zu lesen, beides Unternehmen die eher durch die schlechte Behandlung von Mitarbeitern oder Kunden aufgefallen sind. Da reiht sich der Neue nahtlos ein und und verhält sich nicht gesetzeskonform gegenüber Tieren, also den Gefiederten.

Sollten sich alle Vorwürfe in den wohl demnächst stattfindenden Gerichtsverfahren bestätigen, so verdienen die Fans, die ihren Unmut über die Entscheidung zu Gunsten des Werbenden meinen höchsten Respekt.

Gleichzeitig gebe ich zu bedenken, dass im Mutterland des Fußballs gerade ein ganz anderer Deal abgelaufen ist: Es gibt da eine Firma, genauer einen Automobilhersteller der vor einigen Monaten die eigenen Mitarbeiter der einzelnen Länder gegeneinander ausgespielt hat und wen wundert es, es ging darum welche Fabrikmitarbeiter verzichten auf den meisten Lohn, damit die Fabrik nicht geschlossen wird. Arbeiter der Länder aus Deutschland, Belgien, Spanien und England waren betroffen, die Mitarbeiter in Bochum werden wohl als Verlierer aus der Runde des Lohndumpings hervorgehen und demnächst ihre Jobs verlieren, die Konzernmutter aus Amerika lässt sich das Engagement ab 2014 fast eine halbe Milliarde kosten. Geld, das in mehreren Runden von den eigenen Mitarbeitern abgepresst wurde. Und gibt es einen Aufschrei? Nein, man freut sich schon auf den Gegner in CL Duellen oder so wie im letzten Jahr in Duellen am Donnerstag in der Europa League. Boykottaufrufe, Aufregung in Social Media Kanälen – Fehlanzeige, die Spiele auf deutschem Boden, wenn es die Auslosung so will, werden in kürzester Zeit ausverkauft sein. Dabei wäre gerade hier ein übergreifender Protest gegen die Praktiken des Fahrzeugproduzenten nötig.

Und im beschaulichen Bremen, an der Weser? Da wird der Sturm der Entrüstung sich wieder legen, selbst bei der nächsten Hauptversammlung der Fußballvereins wird es wohl kaum noch kritische Fragen an die Geschäftsführung geben, bei entsprechen guten Tabellenplätzen erst recht nicht und spätestens in 12 Monaten macht sich der Vorstand Gedanken, wer nun mit seinem Schriftzug auf den grünen Trikots wirbt um so für volle Vereinskassen zu sorgen.

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